Allgemein
2021-10-19
Er hat nicht lange gehalten, der Zustand der Eintracht. Wohl früh in meiner Geschichte hat es sich angedeutet, dass die Umstände ein Dezenium nicht überdauern können. Welchen Zeitraum bedarf es denn, um zu erkennen, dass ich schon längst woanders sein sollte? Schön war es gewesen und beeindruckend. Angekommen war ich im Hause der Geborgenheit. Allzeit zärtlich lachte mir das wärmende Licht in der Finsternis, wenn ich spät abends heimgekommen bin. Es war alles nicht perfekt, aber gut genug, um den fletschenden Zähnen der Menschheit für ein Weilchen den Rang abzulaufen. Die Zeit verging, und der Kompass schien mehr und mehr in andere Richtungen zu zeigen. Die Ziele klafften auseinander, das Verständnis für Individualität ging zunehmends verloren. Geblieben sind nur der Wunsch nach körperlicher Nähe, nach einer tröstenden Umarmung.
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2019-03-25
Es ist kalt. Den ganzen Tag war es schon frostig und ungemütlich. Das Haupt zu Boden gesenkt, die Gedanken tief im Geist vergraben, so ist der Tag schließlich zu Ende gegangen. Nichts Bewegendes ist passiert. Keine Revolution hat sich eingestellt, um dem konformen Dasein die Stirn zu bieten. Nur die Kälte war der einzige und hilfsbereite Freund, der mir dir die Hand gehalten hat. Der Frost hat die Verbindung starr gemacht. Zumindest im Winter war sie nicht zu lösen. Erst langsam zeichnet es sich ab, dass die bangen Stunden der Wärme Platz machen werden. Doch spüre ich die erlösenden Strahlen der Sonne nicht. Zäh und straff wälzt sich der lange Stoff in die Ferne. Ich kann noch die Falten am Horizont erkennen, die von seiner Allgegenwärtigkeit zeugen.
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2019-01-01
In der Ferne leuchten sie, die stummen Freunde. Unnahbar, unantastbar, aber doch so präsent in meiner Wahrnehmung, dass ich sie zu einem Teil von mir gemacht habe. Vielleicht bin ich schon einer von ihnen geworden, und ziehe meine ruhigen Bahnen in der weiten Leere. Einst wollte ich Nähe zugunsten von Abhängigkeit aufgeben, und meine Ziele dem Willen der Welt unterstellen. Wie gerne hätte ich im Rausch der Fremdbestimmung weitergelebt, mich von dem ernährt, was mir zubedacht wurde. Es hat mich von innen her beschwichtigt, hat mir Zuversicht gegeben.
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