2013-04-19
Wo sich das Gras im Grün des Frühlings wiegt, zieht der Regen vermehrt übers Land. Sein Schatten tut unserem Empfinden, dass sich nun das Leben wieder aus dem eisigen Schlaf erhebt, keinen Abstrich. Wie ein prall gefüllter Wasserkrug schwappt er über, und lässt die Tropfen tanzen. Ruhe kehrt in den Gemächern der Seele ein, die das Walten der Natur als ihren heiligen Zweck wahr nimmt. Aber im Fortschreiten der Meditation züngelt die Flamme der Ungeduld in der Liebsamkeit der inneren Ruhe auf, gibt ihr neckisches Spiel zum Besten. Wenn wir uns hier anfangen zu fragen, wo die Zusammenhänge im endlichen Spiel des Lebens zu finden seien, stoßen wir nur all zu schnell auf unüberwindbar wirkende Grenzen. Mehr...
2013-03-05
Ich höre die Schritte langsam näher kommen. Ein Raunen geht durch den Flur des Hauses, in dem ich einst aufgewachsen bin. Nun war wohl jener Zeitpunkt gekommen, der einfach kommen musste. Nichts und niemand kann einen darauf vorbereiten. Das Ich stirbt, negiert sich selbst, entzieht sich dem Sein komplett. Alle Freude und alle Pein entfleucht den Knochen wie feiner Sand, der einem durch die Finger rinnt. Die mächtigsten Menschen werden zu kleinen heulenden Kindern, versuchen den letzten Rest irdischen Verstandes zu konservieren. Wo einst ein Baum des Lebens weilte, macht sich nun das kalte, emotionslose Nichts breit. Mehr...
2012-12-20
Da schickt sich ein Gemurmel an, mir die Konzentration zu stören. Früher hatte ich keine Probleme mit dem Fokus, der mir immer ein treuer Führer war, zu harmonieren. Die Brennweite hielt das Licht des Tages konserviert in einem kleinen Kreis aus vertrauter Umgebung. Gelegentlich erschien ein schwaches Funkeln aus der kompromisslosen Dunkelheit abseits des Weges, um mir, einem Signalfeuer gleich, den Weg klar zu beschreiben. Das Fortschreiten gab sich als ein ruheloses Streben zu erkennen, schenkte mir immer wieder Einsichten in verborgene Visionen. Mehr...