2015-09-01
Spielt es eine Rolle, ob ich nach dem Leben zu Gott komme, zu Krishna, zu Manitu, ob ich Allah demütig begegnen werde? Werde ich mich aus dem Rad der Wiedergeburt befreien können, das mich an die Materie bindet? Das kann ich nicht wissen, nur glauben, wenn es nach der Empirie geht. Einzig die ästhetischen Momente, die mich die Natur in ihrer Genialität erfahren lassen, kommen mir mystisch vor. Der Wind, der mir sanft um das Haupt weht, das Wasser, dass sich seiden um meine Haut legt, all diese Eindrücke machen die Zeit auf der Welt einzigartig. Wir kommen, wir gehen. Das Wir verdichtet sich auf das Ich, jenes handelnde Wesen, das die Ströme der Existenz zu lenken vermag, ohne sich ungewollt zu fühlen, in dieser Fülle an Parametern, ohne deren Filterung durch unsere Wahrnehmung wir dem Wahnsinn anheim fallen müssten. Mehr...
2015-06-15
Da stand er, der Baum. Einst als Objekt in der Landschaft verharrend, dass sich in meinen Sinnen so verwurzelt hatte, dass alle meine Gedanken um ihn kreisten, wie die Erde um die Sonne. Nun ist er weg. Er musste irgendeiner Neuerung weichen, verlor seine Bestimmung. Wie oft ich auch noch an dem Platz vorbeikomme, der einst seine immense Gestalt getragen hat, seine Anwesenheit ist nicht mehr zu spüren. Grau ist der Himmel geworden, und der einst so frivole Vogelgesang von seinen Ästen herab ist verstummt. Nein, er trägt nichts mehr, streckt seine Arme nicht mehr aus, und spendet uns zur Erntezeit keine Nahrung. Er ist uns lästig geworden, und wir haben ihn einfach vergessen. Mehr...
2015-04-03
Betrachten wir die Schlagzeilen in den Medien (digitale inklusive), stoßen wir jeden Tag auf Informationen, die uns zum Teil den Atem stocken lassen. Durch diese In-Formationen, wird uns der Eindruck vermittelt, wir hätten Teil am Weltgeschehen. Was wir aber nicht vergessen dürfen, ist der Umstand, dass uns diese Medien nur sagen, “dass” etwas passiert ist, und nicht (logisch/rational) warum. Den letzteren Punkt mögen manche kritisieren, es legt sich aber wie folgt dar: Ein Lawinenunfall in Frankreich. Einige Menschen sterben, sie sind mit einem Schlag nicht mehr lebendig. Diese Informationen nehmen wir auf, bauen uns unser Bild des Unfalls im Kopf zusammen. Haben wir aber keine Ahnung von den Unfallursachen (und ich meine damit speziell auch die Rahmenbedingungen, die Schneeverhältnisse, die Geländeformen … ), dann bleibt uns nur - rational gesehen - das “Dass” als sinnvolle Information. Über das “Warum” können wir nur spekulieren. Wir finden dann hunderte Gründe, warum das “Dass” nie hätte sein sollen, und warum alle anderen Menschen auf der Welt unreflektierte Laien sind, wo sie doch das so Offensichtliche sehen hätten müssen, das zu so einem tragischen Unfall führen musste. Mehr...