2015-10-19
Alt sind sie geworden, die Zeiten. Sie glänzen grau wie eine Moräne aus Eis und Staub. Ihre Kreise ziehen sie im gewohnten Tempo, der Takt verspricht Beständigkeit. Als Begleiter der stillen Herrscher lege ich meinen Hochmut ab, und wandere ihnen doch ein wenig wehmütig hinterher. Viel muss ich nicht tun, sie ziehen mich stetig, wie die Schwerkraft die schlängelnden Bäche der Erde. Sie fragen nicht nach meinem Begehr, sie drehen sich nicht um. Mit nach vorne gerichteten Blicken wandern sie auf einen Punkt zu, dessen Heimat dort liegt, wo sich die Mitte allen Strebens befindet. Im Zentrum der Zeit herrscht Klarheit, keine Materie vernebelt die Perspektiven, die einzunehmen nur eine Gottheit in der Lage ist. Mehr...
2015-10-03
Was macht uns so die Erde so abspenstig? Warum wollen wir in einen schwarzen Raum aus Strahlung und Partikeln eintauchen, um vorwärts zu kommen? Genügt uns die Erde nicht als ein Ort, der unsere Welt ist? Wir sind Welt. Wir sind die sich selbst erfahrende Welt. Auch wenn wir nach mehr streben, als wir ertragen können - es soll einer einmal die ganze Nacht in den Sternenhimmel schauen, und sich nicht klein und unbedeutend fühlen -, so sind wir doch mit diesem blauen Habitat verbunden. Sie ist unser Blumentopf, in dem wir gedeihen können. Es wäre doch nur fair, wenn sich die Welt der Welt am Ende ihres Zyklus wieder zurückgeben würde. Wir haben uns von ihr geborgt, sie darf uns wieder einfordern. Mehr...
2015-09-16
Genügsam ist der Sinn des Lebens, wenn er als Person verstanden werden kann. Er hat für sich zum Ziel, dass seine Zeit eine begrenzte bleibt, und nichts aus dem Chaos der Gegenwart in die Äonen entschweben kann. Wir sind nicht seine Freunde, wir scheuen ihn. Uns geht es um Ablenkung, um den Rausch der Anonymität, des Wirbels an Bedeutungen, die nicht exklusiv für uns zur Verfügung stehen. Uns ist jedes Mittel recht, dem wahren Antlitz der Welt zu entfliehen. Wir wollen uns nicht um die Wahrheit kümmern, wir geben sie ab an jene Menschen, die sich bestens darauf verstehen, so einen Klamauk aus ihr zu machen, dass wir die Realität verneinen, und eine andere als unser Vorbild annehmen. Mehr...