2019-01-01
In der Ferne leuchten sie, die stummen Freunde. Unnahbar, unantastbar, aber doch so präsent in meiner Wahrnehmung, dass ich sie zu einem Teil von mir gemacht habe. Vielleicht bin ich schon einer von ihnen geworden, und ziehe meine ruhigen Bahnen in der weiten Leere. Einst wollte ich Nähe zugunsten von Abhängigkeit aufgeben, und meine Ziele dem Willen der Welt unterstellen. Wie gerne hätte ich im Rausch der Fremdbestimmung weitergelebt, mich von dem ernährt, was mir zubedacht wurde. Es hat mich von innen her beschwichtigt, hat mir Zuversicht gegeben. Mehr...
2018-11-05
Der Schnee kracht unter den Füßen, die Dämmerung hat uns schon längst eingeholt. Doch der Mond weist uns den Weg, lässt uns sanft und ruhig über die Felder streifen. Das Stapfen wird zu einer monotonen Begleitung, und lässt die Beine gleichmäßig im Takt walten. Manchmal schaue ich vom Boden auf, den ich der Bequemlichkeit halber ständig mit den Augen fixiere, und werfe einen weit ausholenden Blick in Richtung der mir Folgenden. Auch sie scheinen in einem nachdenklichen, gar meditativen Zustand versunken, hin zu unserem gemeinsamen Ziel zu schreiten. Trotz der eisigen Kälten fühle ich mich wohl. Den Schal dicht um den Hals geschlungen, die Hände tief in den Taschen des dicken Wollmantels vergraben, bahne ich mir den weiteren Weg. Mehr...
2018-09-05
Der Welt ein Geschenk zu machen, ist doch nicht so unkompliziert, als man denkt. Gefällt die Verpackung nicht, auch wenn sie so verführerisch daherkommt, wie nur möglich, dann findet das kostbarste Kleinod seinen Weg nicht zum gebührlichen Empfänger. Aber es gibt keinen vorgefertigten Weg, keine Möglichkeit, eine erfolgreiche Taktik vollumfänglich zu konzipieren. Zu groß sind die Unbekannten, die sich wie ein dichter, nahezu undurchdringlicher Wald vor einem auftun. Im Versuch, dieses Gehölz zu durchqueren, verhaken sich die Kleidungsstücke meist wo nur der kleinste Dorn seinen Widerstand leistet. Doch weitergetragen muss es werden, das wichtige Paket. Mehr...